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Bei einer Auszählung gestern Abend lagen bereits 4218 Unterschriften vor,
und wir rechnen damit, an diesem Wochenende die 5000-Unterschriften-Marke
zu überschreiten. Mit dieser Unterschriftenzahl hätten wir in vielen
Bundesländern (z.B. Bayern, Berlin, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern,
Nordrhein-Westfalen) das Bürgerbegehren bereits gewonnen. Doch in
Baden-Würrttemberg gelten für diese Form der Bürgerbeteiligung leider sehr
restriktive und bürgerunfreundliche Regelungen: hier werden 10.000
Unterschriften verlangt. Um die noch fehlenden zweiten 5000 Unterschriften
zu sammeln, haben wir noch bis Mitte März Zeit. Für den 17. März, um 10.30
Uhr, wurde ein offizieller Übergabetermin mit Oberbürgermeister Würzner
vereinbart, denn der Geschäftsführer der städtischen
Wohnungsbaugesellschaft GGH droht, die Wohnungen bereits am 17.3. zu
verkaufen, wenn bis dahin die 10.000 Unterschriften nicht vorliegen.
3874 der 4218 Unterschriften wurden der Stadtverwaltung bereits offiziell
zur Prüfung übergeben. Davon wurden mittlerweile schon 1844 überprüft und
hiervon 1559 für gültig befunden (=85 %). Der Prozentsatz der ungültigen
Unterschriften (aufgrund von fehlenden Wahlrechts bei Ausländern,
Unleserlichkeit, unvollständiger Angaben etc.) beträgt also 15%, eine bei
Bürgerbegehren übliche Größenordung, mit der wir gerechnet hatten.
Der Kreis unserer Unterstützer wächst beständig. So haben beispielsweise
gestern die Bezirksbeiräte der Stadtteile Boxberg und Emmertsgrund in
einer gemeinsamen Sitzung einstimmig und überparteilich erklärt, das
Bürgerbegehren zu unterstützen. Darunter übrigens auch alle Bezirksbeiräte
der CDU. CDU-Bezirksbeirat Dieter Sauerzapf erklärte, in dieser Frage
"überhaupt kein Verständnis für seine Parteikollegen" im Gemeinderat zu
haben und forderte sie dazu auf, ihre Position gegen das Bürgerbegehren zu
überdenken. Ebenso beschloss der Ausländer- und Migrationsrat der Stadt
Heidelberg die Unterstützung des Bürgerbegehrens und rief alle
Heidelberger Bürgerinnen und Bürger dazu auf, das Bürgerbegehren durch
ihre Unterschrift zu unterstützen, damit die Heidelberger Bürgerschaft
selbst über die Frage des Wohnungsverkaufs entscheiden kann. Auch der DGB
und Pat Klinis von IG Metall Heidelberg sind nun offizielle Unterstützer
des Bürgerbegehrens, ebenso wie der bekannte Heidelberger Künstler Klaus
Staeck sowie der Leiter der Heidelberger Friedrich-Ebert-Gedenkstätte,
Ulrich Graf. In einer gemeinsamen Presseerklärung schalteten sich die
baden-württembergischen Bundestagsabgeordneten der Partei "Die Linke" in
die Debatte ein. Deren Sprecher Ulrich Maurer betonte: "Wenn öffentliche
Dienstleistungen dem freien Spiel der Marktkräfte überlassen werden,
bleiben die Interessen der Bürgerinnen und Bürger immer auf der Strecke.
Mit dem Verkauf der städtischen Wohnungen im Emmertsgrund gehen
demokratische Steuerungs- und Kontrollmöglichkeiten der Kommune verloren.
Von einem privaten Investor sind sicher keine Wohltaten zu erwarten. Der
soziale Anspruch würde auf der Strecke bleiben." Für die SPD traten in den
letzten Tagen ebenso zahlreiche Europa-, Bundes- und Landtagsabgeordnete
dem Bürgerbegehren als Unterstützer bei, wie auch die GAL Heidelberg. Der
Mieterverein Heidelberg hat gestern an seine insgesamt 4600 Mitglieder
Unterschriftsformulare verschickt und sie um die Unterstützung des
Bürgerbegehrens gebeten. Morgen (Samstag) wird der gesamte Stadtteil
Boxberg von Unterschriftensammlern begangen, um die Bürgerinnen und Bürger
über das laufende Bürgerbegehren zu informieren und sie um ihre
Unterstützungsunterschriften zu bitten.
Die noch fehlenden 5000 der insgesamt 10.000 Unterschriften kommen nicht
von selbst zusammen. Es kommt darauf an, dass möglichst viele Menschen in
ihrem persönlichen Umfeld Unterschriften sammeln. Die dafür notwendigen
Unterschriftenformulare sind abrufbar unter:
http://www.buendnis-fuer-den-emmertsgrund.de/ Die Unterschriftenlisten
brauchen wir bis zum 14. März 2008 zurück, um sie rechtzeitig bei der
Stadtverwaltung abgeben zu können. Dafür wurden in den verschiedenen
Stadtteilen Heidelbergs Sammelstellen eingerichtet, wo die
Unterschriftsbögen zurückgegeben werden können. Sie sind unter
http://www.buendnis-fuer-den-emmertsgrund.de/abgabestellen.htm
verzeichnet.
Es kommt auf jede Unterschrift an! Unterstützen Sie uns, damit der erste
Bürgerentscheid in der Heidelberger Stadtgeschichte auch tatsächlich
zustande kommt!
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