Das Heidelberger Bürgerbegehren gegen den Verkauf der städtischen
Wohnungen im Stadtteil Emmertsgrund meldet Erfolg: Schon am Freitagabend
(14.3.) lagen knapp 13000 Unterschriften vor. Über das Wochenende prüft
das Bürgeramt die Gültigkeit der zuletzt eingegangenen Unterschriften und
wird am Montagmorgen offiziell bestätigen, dass das für erfolgreiche
Bürgerbegehren gesetzlich festgelegte Quorum von 10000 gültigen
Unterschriften erreicht wurde. Am Montag (17.3.) um 10.15 Uhr findet dann
im Heidelberger Rathaus die öffentliche Übergabe aller Unterschriften des
siegreichen Bürgerbegehrens an den Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg,
Dr. Eckart Würzner, statt. Zu diesem Pressetermin sind Medienvertreter
hiermit herzlich eingeladen.
Das Bürgerbegehren hat damit die in den letzten Tagen aufgekommene
kontroverse Diskussion um den letzten möglichen Abgabetermin selbst ad
absurdum geführt, indem es die gesetzlich geforderte Unterschriftenzahl
schon früher erreicht und zur Prüfung abgegeben hat, als sogar von
GGH-Geschäftsführer Peter Bresinski gefordert, der dem Bürgerbegehren am
allerwenigsten Zeit lassen wollte.
"Wir als Bürger sind keine Bittsteller, sondern der verfassungsmäßig
vorgesehene Souverän", betonte der Sprecher des Bürgerbegehrens, Dr. Edgar
Wunder. Wer dies anders sehe und trotz eines erfolgreichen Bürgerbegehrens
seine politischen Ziele immer noch mit aller Gewalt durchsetzen wolle,
untergrabe unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung. "Der großartige
Erfolg dieses Bürgerbegehrens hat gezeigt, dass der Souverän dieser Stadt
- die Heidelberger Bevölkerung - einen Verkauf der städtischen
Sozialwohnungen an einen profitorientierten Konzern einfach nicht will und
dies von einer breiten Bevölkerungsmehrheit rundum abgelehnt wird. An
dieser Tatsache kann nun in Heidelberg niemand mehr vorbei", so Wunder.
Der Heidelberger Gemeinderat wird deshalb auf seiner Sitzung am 3. April
zu entscheiden haben, ob er das Anliegen des erfolgreichen Bürgerbegehrens
übernimmt und die Wohnungen somit im städtischen Besitz bleiben, oder ob
er einen Bürgerentscheid, also eine verbindliche Volksabstimmung,
anordnet. Eine andere Möglichkeit gibt es nach der geltenden
Gemeindeordnung nicht mehr, da das jetzt erfolgreiche Bürgerbegehren alle
gesetzlich geforderten Voraussetzungen erfüllt.
"Wir laden alle politischen Kräfte in dieser Stadt - egal ob für oder
gegen den Wohnungsverkauf - nun dazu ein, sich gemeinsam mit uns an einen
Tisch zu setzen und eine einvernehmliche Lösung für das weitere Vorgehen
zu finden. Als Vertreter des Bürgerbegehrens repräsentieren wir nicht
weniger als 13000 in dieser Stadt lebende Menschen, die nicht einfach
übergangen werden dürfen. Wir fordern nun endlich einen ernsthaften
Dialog, statt politischer Winkelzüge", betonte der Sprecher des
erfolgreichen Bürgerbegehrens, Dr. Edgar Wunder.
Obwohl die für einen Erfolg des Bürgerbegehrens notwendige
Unterschriftenzahl bereits erreicht ist, werden die
Unterschriftensammlungen noch bis zum 20. März fortgeführt. "Unser
sportliches Ziel ist es, insgesamt deutlich mehr Unterschriften zu
erzielen als jede beliebige Partei bei der letzten Kommunalwahl Stimmen
erhalten hat. Dies wäre ein deutliches Signal dafür, wer hier eigentlich
als ,Vertreter des Volkes' gelten kann. Wir bitten deshalb all jene
Heidelbergerinnen und Heidelberger, die unser Bürgerbegehren noch nicht
unterzeichnet haben, nach wie vor um ihre Unterschrift."
Die Übergabe dieser letzten zusätzlichen Unterschriften an die Stadt
Heidelberg erfolgt am 20. März im Bürgeramt. Bei dieser Gelegenheit werden
die Mitarbeiter des Bürgeramtes, die in den letzten Wochen unablässig
Unterschriften für unser erfolgreiches Bürgerbegehren geprüft und gezählt
haben, als kleine Anerkennung für ihre geleistete Arbeit auch
Ostergeschenke von uns erhalten.