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Über die Firma Dreges, an die die Heidelberger Sozialwohnungen im
Stadtteil Emmertsgrund verkauft werden sollen, war bislang nur sehr wenig
bekannt. Nun kam heraus: Es handelt sich um eine Briefkastenfirma, die
unter ihrer Geschäftsadresse in Berlin gar nicht erreichbar ist. Die
Journalistin Astrid Möslinger vom Rhein-Neckar-Magazin "Meier"
recherchierte vor Ort und kam zu folgendem Ergebnis (jetzt veröffentlicht
im "Meier" 7/2008, S. 19/20):
"Dreges [hat] weder einen eigenen Internet-Auftritt, noch [ist] deren
Telefonnummer auf konventionellem Weg zu erfahren. Einzig der Firmensitz
ist bekannt: eine noble Gegend in Berlin-Mitte. Die Büros sind in einem
aufwändig renovierten Gründerhaus untergebracht, ein eigenes Firmenschild
an der Tür fehlt allerdings. Der Name ,Dreges' steht lediglich auf einem
Briefkasten im Hausflur zusammen mit 21 weiteren Unternehmen unter der
Integra-Immobilien-Verwaltungs-Vermietung-GmbH, einem Unternehmen mit
Hauptsitz in Dresden. Die Berliner Büroräume stehen am Montag, gegen 15
Uhr leer. Nur ein älterer Mann in Freizeitkleidung bedient gerade den
Kopierer und gibt Auskunft, dass manchmal vier bis sechs Wochen niemand da
sei. Liegt es daran, dass die Dreges ihre ,Verwaltungstruppe' in München
hat, wie [GGH-Geschäftsführer] Bresinski erläutert? Dort ist allerdings
noch nicht einmal eine Firmenadresse ausfindig zu machen und ein Kontakt
ist sowieso nicht zu bekommen. Das Unternehmen wolle sich bis zum
Bürgerentscheid nicht mehr öffentlich äußern, lässt wer auch immer über
den GGH-Geschäftsführer ausrichten. Das ist bei einem Vertragsvolumen von
30 Millionen Euro eine fast beängstigende Diskretion."
Hinzu kommt, dass das Stammkapital der Dreges GmbH gerade einmal 25.000
Euro beträgt. Woher die Dreges überhaupt die Geldmittel nehmen will, um
die Wohnungen unterhalten zu können, ist bis jetzt völlig unklar. Es gab
dazu bislang keinerlei konkret überprüfbare Auskünfte. Die Heidelberger
CDU behauptete: "Der Investor hat die finanziellen Belastungen der
[GGH-]Vergangenheit nicht, da er für den Verkauf keinen Kredit aufnehmen
muss." Das ist gänzlich unbelegt und auch sehr unwahrscheinlich.
Dreges ist Teil eines undurchsichtigen Geflechts von GmbHs, deren
finanzielle Basis letztlich ins Ausland zu führen scheint. Wer genau
dahinter steckt, wird bewusst verschleiert und verheimlicht. Auch der
Entwurf des Verkaufsvertrages wird auf Druck von Dreges bis heute vor der
Öffentlichkeit geheim gehalten, so dass allen Verlautbarungen, was
angeblich in diesem Verkaufsvertrag stehe und "garantiert" sei, kein
Glauben geschenkt werden darf, weil dies nicht überprüfbar ist.
Dazu erklärte der Sprecher des Heidelberger Bürgerbegehrens für den Erhalt
der städtischen Wohnungen, Edgar Wunder: "An eine solche Firma kann kein
verantwortungsbewusster Mensch städtische Wohnungen verkaufen wollen."
Sogar wer prinzipiell für den Verkauf von Wohnungen sei, müsse jetzt inne
halten und zumindest eine Auszeit für eine gründliche öffentliche
Diskussion verlangen, ob dafür ausgerechnet Dreges ein geeigneter Investor
sei.
"Das wird nur mit einem JA beim Bürgerentscheid möglich sein. Dann ein
NEIN steht für den sofortigen Verkauf an die Briefkastenfirma Dreges, der
dann nicht mehr rückgängig gemacht werden könnte. Ein JA beim
Bürgerentscheid würde einen Verkauf nur für die nächsten drei Jahre
unterbinden, so dass ausreichend Zeit für eine gründliche Klärung
geschaffen wäre. Finanziell ist ohnehin niemand auf einen sofortigen
Verkauf angewiesen."
Zu den Äußerungen von Malsburg und Bresinki in der heutigen Ausgabe der
Rhein-Neckar-Zeitung, die GGH werde im Falle eines Konkurses von Dreges
jedem Mieter eine GGH-Wohnung garantieren (wo und zu welchem Mietpreis
eigentlich?!?), erklärte Wunder: "Das sind vollkommen unverbindliche und
juristisch nicht einklagbare Versprechungen - nichts weiter als ein
Wahlkampftrick in letzter Minute". Baubürgermeister Malsburg werde ohnehin
in wenigen Wochen aus seinem Amt scheiden, ohne irgendeinen Einfluss
darauf zu haben, was sein Nachfolger in einem solchen Fall tun würde.
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